Bereits das dritte Jahr werden die Schülerinnen und Schüler der Realschule Obertraubling in Sachen Berufsorientierung und Bewerbung über die selbst entworfenen RSO-Berufswahlhefte fit gemacht.

Für die Wahlpflichtfächergruppe II (kaufmännischer Zweig) beginnt diese spannende Zeit bereits in der 8. Jahrgangsstufe und wird in der 9. Jahrgangsstufe fortgesetzt. Alle anderen Zweige durchlaufen das Projekt in leicht abgespeckter Version in der 9. Jahrgangsstufe im Fach Wirtschaft und Recht.

Jede Stunde im Fach Wirtschaft und Recht kommen die Schülerinnen und Schüler ihrem Ziel, einen Traumberuf zu finden und sich ansprechend zu bewerben und vorzustellen, einen Schritt näher. Dabei durchlaufen sie das Geheft und arbeiten weitgehend selbstständig mit den iPads. Immer wieder müssen die Schüler und Schülerinnen über ihren Schatten springen und vor der Klasse präsentieren und sich mit sich selbst auseinandersetzen und sich kritisch hinterfragen.

 

In der 8. Klasse werden zunächst die Aufgaben der Bundesagentur für Arbeit erforscht und der eigene Nutzen der Institution ausfindig gemacht. Auch ein erstes persönliches Kennenlernen der Berufsberaterin findet bereits statt. Im Anschluss werden verschiedene berufliche Möglichkeiten nach der Realschule dargestellt und die Schülerinnen und Schüler wählen sich Wunschwege aus bzw. schließen andere Wege komplett für sich aus. Hier ist meistens das große Erwachen, dass nicht jeder Beruf mit einem Mittleren Schulabschluss wählbar ist, und der Traum, z. B. Arzt zu werden, einen bestimmen weiteren Weg erfordert. Auch die Tatsache, dass die FOS bestimmte Zugangsvoraussetzungen hat und die Wahl der Zweige dort eine wichtige Bedeutung hat, ist hier eine wichtige Erkenntnis.

 

Über sogenannte Stärkekarten identifizieren die Jugendlichen eigene Stärken und lassen diese von Eltern oder Geschwistern verifizieren. Häufig ist es tatsächlich so, dass Eltern die drei selbstgewählten Stärken aus einer Vielfalt von anderen Stärken zielsicher herausfinden. Eine große Herausforderung stellt dabei die ausführliche Begründung der eigenen Stärken vor der Klasse dar.

Bewaffnet mit Kopfhörern steht die nächste Einheit unter dem Motto „Berufsfelder und Ausbildungsberufe erkunden“. Die Schülerinnen und Schüler suchen sich je zwei Berufsfelder heraus und entscheiden sich innerhalb der Berufsfelder für zwei konkrete Ausbildungsberufe.

Im Anschluss wird ein etwa 70-minütiger Fähigkeiten-Test „Check-U“ der Bundesagentur für Arbeit durchlaufen, der nochmals anhand von Testverfahren Stärken und mögliche Ausbildungsberufe ermittelt. Diese konnten dann mit den selbstgewählten Ausbildungsberufen verglichen werden.

 

Die folgenden Stunden beschäftigen sich mit dem freiwilligen Betriebspraktikum und folgende Fragen konnten geklärt werden: Wie läuft das an der Realschule Obertraubling ab? Wie komme ich an ein Praktikum? Wie bewerbe ich mich auf ein Praktikum? Wie sind die rechtlichen und versicherungstechnischen Voraussetzungen? Wie hilft mir die Schulhomepage bei der Suche nach einem geeigneten Betrieb? Wie telefoniere ich richtig?

 

Damit war das Berufswahlheft der 8. Jahrgangsstufe abgeschlossen und an dieses Vorwissen kann in der nächsten Jahrgangsstufe angeknüpft werden. In der 9. Jahrgangsstufe hinterfragen die Schülerinnen und Schüler, ob ihre bisherigen Berufswünsche sich geändert haben, erfahren mehr über die Arten von Fähigkeiten und welche für bestimmte Berufe erforderlich sind. Dann durchlaufen die Schülerinnen und Schüler alle Teile des Bewerbungsverfahrens (Bewerbung, Auswahlverfahren, Vorstellungsgespräch, Assessmentcenter, …) theoretisch und praktisch. Dabei wird besonderer Wert auf Online-Bewerbungen gelegt, da diese immer häufiger gefordert werden. Am Ende der 9. Klasse sollte jeder Schüler bzw. jede Schülerin eine aussagekräftige Bewerbung erstellt haben, die auch noch von Frau Hofmeister von der Bundesagentur für Arbeit unter die Lupe genommen wird.

Die Berufswahlhefte werden immer am Ende des Schuljahres kritisch überarbeitet und an die neuesten Entwicklungen angepasst. Die Fachschaft Wirtschaft hofft, den Schülern und Schülerinnen damit einen differenzierten Blick auf ihren zukünftigen Lebensweg zu geben.

 Schneidt-Schindler